Kompetenzbereich 7 von 8
Sprachbewusstheit und phonologische Bewusstheit entwickeln
Die lautliche Struktur von Sprache unabhängig von ihrer Bedeutung wahrzunehmen ist ein entscheidender Schritt zum Lesenlernen. Wichtig: erst ein Gespür für Rhythmus und Reim, dann die genauere Analyse einzelner Laute.
Das Wichtigste in Kürze
- Erst die weitere Form fördern (Rhythmus, Reim, Sprachmelodie), dann die engere Form (einzelne Laute heraushören).
- Reimspiele nur mit Wörtern durchführen, deren Bedeutung den Kindern bereits bekannt ist.
- Weitere Form: Reimgeschichten, Klatschen/Trommeln zu Silben – natürliche Sprachmelodie beibehalten, nicht jede Silbe gleich betonen.
- Engere Form: Anfangslaute betonen, den eigenen Namen samt Buchstaben besprechen, Anlauttabellen anlegen (auch mehrsprachig).
Zum Nachlesen – Hintergrund und Quellen
Sprachbewusstheit im Vorschulalter. Ob ein Kind Reimwörter erkennt, hängt davon ab, ob es die Wörter bereits kennt. Ein Gespür für den deutschen Sprachrhythmus erleichtert Zweitsprachlernern das Zerlegen des Sprachstroms.
Reime, Silben und Laute (weitere Form). Trommeln, Klatschen und Marschieren machen Rhythmus körperlich erfahrbar. Wichtig: natürliche Sprachmelodie, keine mechanische Betonung.
Phonologische Bewusstheit im engeren Sinne fördern. Anfangslaute betonen, Anlauttabellen anlegen – auch für andere Sprachen, vorab mit Eltern abgestimmt.
Quelle: Modul B (Neufassung), Teil II, Kapitel 10.1–10.3 – Diskussionsentwurf, fachliche Freigabe steht noch aus.
Praxisimpulse: gleich ausprobieren
Sechs Ideen aus dem Erweiterungsmodul passen direkt zu diesem Kompetenzbereich:
- Silben klatschen, stampfen, hüpfen – Wortstruktur körperlich spürbar machen
- Reim-Quatschküche – Reimpaare finden und Quatschreime erfinden
- Anlaut-Schatzsuche – gezielt Gegenstände zu einem Anfangslaut sammeln
- Roboter-Sprache – Wörter in Silben zerlegt vorsprechen
- Fester Lieder- und Fingerspiel-Kanon – Prosodie als Ritual verankern
- Hörmemory – feine Lautdiskrimination schulen